Dachinspektionen, Schadensdokumentation und Vermessungen gehören zum Arbeitsalltag vieler Dachdeckerbetriebe. Doch gerade bei schwer zugänglichen oder steilen Dächern sind diese Arbeiten häufig mit einem hohen Zeitaufwand, zusätzlichem Personalbedarf und Sicherheitsrisiken verbunden.
Moderne Drohnentechnik bietet hier neue Möglichkeiten: Sie ermöglicht eine schnelle visuelle Erfassung von Dachflächen, liefert detaillierte Bilder und kann Arbeitsabläufe deutlich effizienter gestalten.
Für Dachdeckerbetriebe ergibt sich daraus mehr als nur eine Zeitersparnis. Wer Drohnen gezielt einsetzt, kann sein Leistungsangebot erweitern, Kunden einen zusätzlichen Mehrwert bieten und neue Umsatzmöglichkeiten erschließen.
Warum sich Drohnen für Dachdecker lohnen
Ob Einfamilienhaus, Gewerbeimmobilie oder große Industriehalle – die Inspektion von Dachflächen kann aufwendig sein. Gerüste, Hubarbeitsbühnen oder persönliche Begehungen verursachen je nach Gebäude zusätzliche Kosten und erfordern eine entsprechende Vorbereitung.
Mit einer geeigneten Drohne lassen sich viele Dachflächen zunächst aus der Luft begutachten. Hochauflösende Kameras liefern detaillierte Aufnahmen, mit denen sich auffällige Stellen dokumentieren und weitere Maßnahmen besser planen lassen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Zeitersparnis: Viele Dachflächen lassen sich schnell aus der Luft erfassen.
- Mehr Sicherheit: Schwer zugängliche Bereiche können zunächst kontrolliert werden, ohne das Dach für eine erste Sichtprüfung betreten zu müssen.
- Professionelle Dokumentation: Fotos und Videos helfen dabei, Schäden nachvollziehbar festzuhalten und Kunden verständlich zu erläutern.
- Zusätzliche Dienstleistungen: Drohneninspektionen können als eigenständige Leistung oder als Ergänzung bestehender Aufträge angeboten werden.
- Bessere Auftragsplanung: Auffällige Bereiche lassen sich gezielter untersuchen und notwendige Reparaturen besser vorbereiten.
Eine Drohne ersetzt nicht jede Dachbegehung oder fachliche Prüfung. Sie kann Dachdeckerbetriebe jedoch dabei unterstützen, viele Arbeitsschritte effizienter zu gestalten.
Welche Einsatzmöglichkeiten bieten Drohnen im Dachdeckerhandwerk?
1. Dachinspektionen und Schadensdokumentation
Risse, beschädigte Dachziegel, lose Bauteile oder auffällige Stellen an Dachrinnen und Anschlüssen sind aus der Luft häufig gut erkennbar. Mit hochauflösenden Aufnahmen können Dachdecker relevante Bereiche dokumentieren und den sichtbaren Zustand einer Dachfläche festhalten.
Das ist beispielsweise bei der ersten Begutachtung nach einem Sturm, bei Wartungsarbeiten oder im Rahmen einer Angebotserstellung hilfreich.
Die Aufnahmen lassen sich anschließend direkt in die Kundenberatung einbinden. Statt Schäden ausschließlich zu beschreiben, können Betriebe ihren Kunden zeigen, welche Bereiche auffällig sind und wo weiterer Handlungsbedarf bestehen könnte.
2. Dachvermessung und Flächenberechnung
Auch bei der Planung von Sanierungen oder Neubauten kann Drohnentechnik unterstützen. Abhängig vom System und der verwendeten Auswertungssoftware lassen sich aus Luftbildern beispielsweise Dachflächenmodelle, Orthofotos oder dreidimensionale Darstellungen erstellen.
Diese Daten können bei der Planung von Dachsanierungen, der Materialkalkulation und der Dokumentation bestehender Gebäude helfen.
Entscheidend ist die passende Technik: Für einfache visuelle Kontrollen genügt häufig eine kompakte Kameradrohne. Für präzise Vermessungsaufgaben sind dagegen geeignete Aufnahmeverfahren, passende Software und gegebenenfalls RTK-Unterstützung erforderlich. Die erreichbare Genauigkeit hängt unter anderem von der Aufnahmeplanung, den Referenzdaten und der Auswertung ab.
3. Wärmebildaufnahmen zur Untersuchung von Gebäuden
Mit Wärmebilddrohnen können Temperaturunterschiede auf Dachflächen sichtbar gemacht werden. Solche Aufnahmen können Hinweise auf mögliche Wärmeverluste, Feuchtigkeit oder andere thermische Auffälligkeiten liefern.
Eine Wärmebildaufnahme ist allerdings nicht automatisch ein eindeutiger Schadensnachweis. Wetterbedingungen, Sonneneinstrahlung, Materialeigenschaften und reflektierte Wärmestrahlung beeinflussen die Ergebnisse. Für belastbare Aussagen sind deshalb geeignete Aufnahmebedingungen und eine fachkundige Interpretation erforderlich.
Gerade bei größeren Dachflächen und geeigneten Gebäudekonstruktionen kann die Thermografie eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Inspektion sein.
Welche Drohne eignet sich für Dachdecker?
Nicht jeder Betrieb benötigt dieselbe Ausstattung. Entscheidend ist, welche Leistungen angeboten werden sollen und wie häufig die Drohne zum Einsatz kommt.
DJI Mini 5 Pro: Für visuelle Dachinspektionen
Die DJI Mini 5 Pro eignet sich als kompakte Kameradrohne für viele visuelle Inspektionsaufgaben. Sie ermöglicht hochauflösende Fotos und Videos und bietet die Möglichkeit, Dachflächen aus unterschiedlichen Perspektiven zu kontrollieren.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Sichtkontrollen an Dachziegeln und Dachrinnen
- Dokumentation von Sturmschäden
- Aufnahme von Dachflächen für Angebote
- Vorher-nachher-Dokumentationen
- Visuelle Kontrollen schwer zugänglicher Gebäudebereiche
Für Dachdecker, die mit der drohnengestützten Dokumentation beginnen möchten, kann ein kompaktes System eine interessante Einstiegsmöglichkeit sein.
Wichtig ist die Abgrenzung der Einsatzmöglichkeiten: Die Mini 5 Pro verfügt nicht über eine Wärmebildkamera und ist kein spezialisiertes Vermessungssystem. Für einfache Sichtkontrollen und die fotografische Dokumentation kann sie dennoch eine praktische Lösung sein.
DJI Matrice 4T: Für professionelle Inspektionen mit Wärmebildtechnik
Wer regelmäßig anspruchsvollere Inspektionen durchführen oder Wärmebildaufnahmen anbieten möchte, kann eine professionelle Drohne wie die DJI Matrice 4T in Betracht ziehen.
Sie kombiniert visuelle Kameratechnik mit einer Wärmebildkamera und einem Laser-Entfernungsmesser. Dadurch lassen sich unterschiedliche Informationen bei einem Einsatz erfassen und auffällige Bereiche gezielter untersuchen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Visuelle Dach- und Gebäudeinspektionen
- Thermografische Untersuchungen unter geeigneten Bedingungen
- Dokumentation von Auffälligkeiten an größeren Gebäuden
- Unterstützung bei der technischen Bestandsaufnahme
- Erweiterung des Dienstleistungsangebots um spezialisierte Inspektionen
Die Matrice 4T ist insbesondere dann interessant, wenn Wärmebildtechnik und weiterführende Inspektionsmöglichkeiten regelmäßig benötigt werden. Für reine Sichtkontrollen kann eine kompaktere Drohne wirtschaftlich sinnvoller sein.
Wichtig: Die DJI Matrice 4T ist nicht mit der Matrice 4E zu verwechseln. Wer präzise photogrammetrische Vermessungen durchführen möchte, sollte die Eignung der Kamera, die erforderlichen Referenzdaten und den geplanten Auswerteprozess prüfen.
Wie können Dachdecker mit Drohnen zusätzliche Einnahmen erzielen?
Der wirtschaftliche Nutzen hängt nicht allein von der Drohne ab, sondern davon, wie der Betrieb die Technik in seine bestehenden Leistungen integriert.
Eine Möglichkeit besteht darin, drohnengestützte Dachinspektionen als eigenständige Dienstleistung anzubieten. Kunden erhalten dabei eine strukturierte Dokumentation des sichtbaren Dachzustands. Bei einem anschließenden Reparatur- oder Sanierungsauftrag können die Aufnahmen zugleich die Planung unterstützen.
Weitere Möglichkeiten sind:
- Inspektion als Zusatzleistung: Ergänzung bestehender Wartungs- und Reparaturaufträge.
- Dokumentation für Immobilienbesitzer: Übersichtliche Aufnahmen des Dachzustands als Grundlage für die weitere Planung.
- Regelmäßige Dachkontrollen: Wiederkehrende Sichtprüfungen im Rahmen von Wartungsverträgen.
- Dokumentation von Sanierungsprojekten: Aufnahmen vor, während und nach den Arbeiten.
- Spezialisierte Wärmebildinspektionen: Zusätzliche Leistungen für geeignete Gebäude und konkrete Untersuchungsfragen.
Beispielrechnung: Wann rechnet sich eine Drohne?
Angenommen, ein Dachdeckerbetrieb bietet eine zusätzliche drohnengestützte Inspektion für 250 Euro netto an. Bei vier solchen Aufträgen im Monat ergibt sich folgende Beispielrechnung:
| Position | Beispielrechnung |
|---|---|
| Preis je Inspektion | 250 € netto |
| Aufträge pro Monat | 4 |
| Zusätzlicher Monatsumsatz | 1.000 € netto |
| Zusätzlicher Jahresumsatz | 12.000 € netto |
Diese Rechnung ist ein Rechenbeispiel und keine Umsatzprognose. Sie zeigt, welches Potenzial bei entsprechender Nachfrage entstehen kann.
Von den Einnahmen müssen unter anderem Anschaffung und Abschreibung der Technik, Schulung, Versicherung, Software, Arbeitszeit, Fahrtkosten, Wartung und mögliche Ausfallzeiten abgezogen werden.
Wie schnell sich eine Drohne amortisiert, hängt daher vom tatsächlichen Auftragsvolumen und vom angebotenen Leistungsumfang ab.
Förderung durch die BG BAU: Welche Möglichkeiten gibt es?
Für Dachdeckerbetriebe kann es sich lohnen, die Fördermöglichkeiten der BG BAU zu prüfen. Im Rahmen ihrer Arbeitsschutzförderung unterstützt die BG BAU bestimmte förderfähige Anschaffungen und Maßnahmen, die den Arbeitsschutz verbessern.
Ob eine Drohne oder eine konkrete Drohnenlösung bezuschusst werden kann, hängt von den aktuell geltenden Förderbedingungen, dem jeweiligen Produkt und der betrieblichen Situation ab. Eine Förderung ist nicht automatisch garantiert.
Vor der Anschaffung sollten Betriebe deshalb die aktuellen Voraussetzungen, mögliche Zuschusshöhen, erforderliche Nachweise und den richtigen Zeitpunkt der Antragstellung prüfen. Auch die Frage, ob die Anschaffung vor einer Bewilligung erfolgen darf, sollte vorab geklärt werden.
Weitere Informationen zu Drohnen, Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen findet ihr unter bgdrohnen.de.
Maßgeblich sind die jeweils geltenden Förderbedingungen der BG BAU. Eine mögliche Förderung sollte deshalb vor der Bestellung verbindlich geprüft werden.
Was müssen Dachdecker beim Drohneneinsatz beachten?
Neben der technischen Ausstattung spielen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Wer eine Drohne gewerblich einsetzen möchte, sollte sich vor dem ersten Flug mit den geltenden Anforderungen vertraut machen.
Dazu gehören insbesondere:
- EU-Drohnenrecht: Die zulässige Betriebskategorie richtet sich nach dem konkreten Einsatz, der Drohne und den Flugbedingungen. Auch bei gewerblicher Nutzung gelten die entsprechenden Vorschriften.
- Registrierung und Kompetenznachweise: Je nach Drohne und Einsatz sind eine Betreiberregistrierung sowie entsprechende Kenntnis- oder Kompetenznachweise erforderlich.
- Datenschutz: Bei Aufnahmen von Nachbargrundstücken, Personen oder privaten Bereichen müssen die geltenden Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte berücksichtigt werden.
- Versicherung: Für Drohnen ist grundsätzlich eine geeignete Haftpflichtversicherung erforderlich. Der gewerbliche Einsatz sollte vom Versicherungsschutz umfasst sein.
- Arbeitsschutz: Eine Drohne ersetzt nicht automatisch eine Gefährdungsbeurteilung oder andere notwendige Sicherheitsmaßnahmen.
Wer die Technik regelmäßig im Betrieb einsetzen möchte, sollte die erforderlichen Abläufe und Zuständigkeiten frühzeitig festlegen.
Fazit: Drohnen eröffnen Dachdeckern neue Möglichkeiten
Moderne Drohnentechnik kann Dachdeckerbetriebe bei Inspektionen, der Schadensdokumentation und bestimmten Vermessungsaufgaben unterstützen. Sie ermöglicht einen besseren Überblick über schwer zugängliche Bereiche und kann die Kommunikation mit Kunden vereinfachen.
Während kompakte Kameradrohnen wie die DJI Mini 5 Pro vor allem für visuelle Kontrollen interessant sind, bietet die DJI Matrice 4T zusätzliche Möglichkeiten durch ihre Wärmebildtechnik und professionelle Sensorik.
Wer die passende Drohne auswählt, die Kosten realistisch kalkuliert und die Technik sinnvoll in das bestehende Leistungsangebot integriert, kann Arbeitsabläufe verbessern und zusätzliche Dienstleistungen entwickeln.
Ihr möchtet Drohnen professionell in eurem Dachdeckerbetrieb einsetzen?
Wir von CopterPro unterstützen euch bei der Auswahl der passenden Drohne und beraten euch zu den Einsatzmöglichkeiten in eurem Betrieb. Gemeinsam finden wir heraus, welche Technik zu euren Anforderungen passt.
Nehmt Kontakt mit uns auf und lasst euch individuell beraten.







