In den vergangenen Jahren wurden Wärmebilddrohnen zur Kitzrettung mehrfach durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Viele eingetragene Vereine konnten so hochwertige Drohnen zu stark reduzierten Eigenkosten anschaffen.
Was viele jedoch nicht wissen: Diese Förderung kann auch Jahre später noch einen echten finanziellen Hebel bieten, wenn es um die Anschaffung neuer Drohnentechnik geht.
Rückblick: Die Drohnenförderung der letzten Jahre
In den ersten Förderjahren konnten Vereine teils bis zu zwei Drohnen pro Verein mit einer Fördersumme von bis zu 4.000 € pro Drohne erhalten. Häufig angeschafft wurde dabei die DJI Mavic 2 Enterprise Advanced.
Ein typisches Rechenbeispiel aus der Praxis:
-
Anschaffungskosten pro Drohne: ca. 6.000 €
-
Förderung: 4.000 €
-
Tatsächlicher Eigenanteil des Vereins: ca. 2.000 €
Nach Ablauf der sogenannten Zweckbindung (meist 3 Jahre, genaue Angaben stehen im Förderbescheid) dürfen diese Drohnen verkauft werden.
Gebrauchtmarkt: Alte Drohnen sind überraschend wertstabil
Gerade die DJI Mavic 2 Enterprise Advanced erzielt auf dem Gebrauchtmarkt weiterhin sehr gute Preise. Abhängig von Zustand, Zubehör und Akkuzahl liegen die Verkaufspreise häufig zwischen:
-
ca. 2.500 € (einfachere Ausstattung)
-
bis zu 3.500 € (sehr gut ausgestattet, viele Akkus)
Der Grund:
Viele private Kitzretter oder Organisationen können keine Förderung beantragen und greifen daher gezielt auf gebrauchte, bewährte Technik zurück.
Neue Förderung 2026 – und was das für Vereine bedeuten kann
Sollte 2026 erneut eine Drohnenförderung aufgelegt werden (wie in den Vorjahren), gelten voraussichtlich ähnliche Rahmenbedingungen:
-
60 % Förderung der Anschaffungskosten
-
Maximal 4.000 € Zuschuss pro Drohne
Damit ergeben sich interessante Rechenmodelle für eine Neuanschaffung.
Beispiel 1: DJI Matrice 4T
-
Anschaffungskosten: ca. 7.500 €
-
Förderung: 4.000 € (Maximalbetrag)
-
Verkauf alte Mavic 2 Advanced: ca. 3.500 €
➡️ Ergebnis:
Die Förderung + Verkaufserlös gleichen die Kosten nahezu vollständig aus.
Die neue Drohne kann praktisch ohne zusätzliche Eigenkosten angeschafft werden (abgesehen von möglichem Zusatzequipment).
Beispiel 2: DJI Mavic 3 Thermal
-
Anschaffungskosten: ca. 6.000 €
-
Förderung (60 %): 3.600 €
-
Eigenanteil: 2.400 €
-
Verkauf alte Drohne: ca. 2.500 €
➡️ Ergebnis:
Der Verkauf deckt den Eigenanteil vollständig – im besten Fall bleibt sogar ein kleiner Überschuss.
Wichtig: Zweckbindung und Vorfinanzierung beachten
Zwei Punkte sind entscheidend:
-
Zweckbindung prüfen
Die Drohne darf erst verkauft werden, wenn die im Förderbescheid festgelegte Frist abgelaufen ist. -
Förderung muss vorfinanziert werden
Der Zuschuss wird in der Regel nach dem Kauf ausgezahlt. Die Anschaffung muss also zunächst finanziert werden – der Förderbetrag kommt später zurück.
Seriös verkaufen statt Kleinanzeigen-Chaos
Viele Vereine scheuen den Verkauf über klassische Plattformen wegen unseriöser Anfragen. Eine Alternative sind spezialisierte Marktplätze für Drohnen, auf denen:
-
Angebote vorgeprüft sind
-
Käufer gezielt nach Wärmebilddrohnen suchen
-
Support und Beratung eine Rolle spielen
Zusätzliche Services wie Preischecker helfen dabei, den realistischen Marktwert der eigenen Drohne einzuschätzen – abhängig von Alter, Zustand, Akkus und Zubehör.
Fazit
Wer in den vergangenen Jahren eine geförderte Wärmebilddrohne angeschafft hat, sitzt heute oft auf echtem Kapital.
Durch den Verkauf einer nicht mehr zweckgebundenen Drohne und die Kombination mit einer möglichen neuen Förderung lässt sich moderne Drohnentechnik mit minimalem oder sogar keinem Eigenaufwand finanzieren.
Gerade für Vereine und Organisationen in der Kitzrettung kann das ein sinnvoller Weg sein, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben – ohne das Budget zu belasten.








