Nicht jede Drohne eignet sich für professionelle Wildzählungen. Gerade bei großen Gebieten sind leistungsfähige Systeme erforderlich.
Wichtige technische Voraussetzungen sind:
Wärmebildkamera
Eine hochauflösende Wärmebildkamera ist essenziell, um Tiere zuverlässig zu entdecken – besonders bei großen Flächen oder höherer Vegetation.
Zoomkamera
Neben der Wärmebildkamera wird eine optische Zoomkamera benötigt, um das Wild eindeutig anzusprechen.
Moderne Enterprise-Drohnen verfügen über:
-
bis zu 112-fachen Zoom
-
teilweise sogar 200-fachen Zoom
Damit können Wildarten sicher identifiziert werden.
Lange Flugzeit
Wildzählungen finden häufig in sehr großen Gebieten statt.
Typische Flächengrößen:
-
600 Hektar
-
2.000 – 3.000 Hektar
-
teilweise über 10.000 Hektar
Daher sind Drohnen mit Flugzeiten von 40–50 Minuten besonders geeignet.
Wetterbeständigkeit
Viele professionelle Einsätze erfordern Drohnen mit IP-Schutzklasse.
So können Wildzählungen auch bei schwierigen Wetterbedingungen durchgeführt werden.
Warum Wildzählungen häufig nachts stattfinden
In den meisten Fällen werden Wildzählungen nachts durchgeführt. Dafür gibt es zwei entscheidende Gründe:
1. Bessere Temperaturunterschiede
Nachts ist der Temperaturunterschied zwischen Tierkörper und Umgebung deutlich höher. Dadurch lassen sich Tiere mit der Wärmebildkamera wesentlich leichter erkennen.
2. Höhere Aktivität des Wildes
Viele Wildarten sind nachts deutlich aktiver:
-
Rotwild
-
Schwarzwild
-
Rehwild
Bewegung erleichtert die Identifikation und liefert zusätzliche Hinweise auf Gesundheitszustand oder Gruppenstruktur.
Die drei wichtigsten Schritte einer erfolgreichen Wildzählung
1. Flugvorbereitung
Die Vorbereitung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Wildzählung.
Vor dem Einsatz sollten unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
-
Größe des Zählgebietes
-
Topografie und Vegetation
-
geeignete Startpunkte
-
Akkukapazität für die gesamte Fläche
-
Datenmanagement und Speicherkapazität
Hilfreich sind dabei Planungstools oder Kartenlösungen, mit denen sich Gebiete bereits im Vorfeld analysieren lassen.
Auch das Equipment muss vollständig geprüft werden, insbesondere:
-
Drohne
-
Akkus
-
Speicherlösungen
-
Internetverbindung
-
Software und Firmware
2. Durchführung der Wildzählung
Während der Durchführung ist eine ruhige und strukturierte Arbeitsweise entscheidend.
Wichtige Punkte sind:
Klare Startpunkte
Startpositionen sollten so gewählt werden, dass eine stabile Verbindung zur Drohne gewährleistet ist.
Manuelles Abfliegen der Fläche
Viele professionelle Teams fliegen Wildzählungen manuell statt automatisiert, da sie so schneller reagieren können.
Markierung von Fundpunkten
Moderne Enterprise-Drohnen ermöglichen das Setzen von GPS-Markierungen direkt im Flug.
Dabei können beispielsweise folgende Informationen dokumentiert werden:
-
Art des Wildes
-
Anzahl der Tiere
-
Rudelstruktur
-
Geschlechterverhältnis
Diese Daten werden später für die Auswertung genutzt.
3. Auswertung der Ergebnisse
Nach der Durchführung folgt die eigentliche Analyse.
Hier werden unter anderem folgende Daten zusammengeführt:
-
GPS-Markierungen der Fundpunkte
-
Flugrouten der Drohne
-
Fotos und Videos
-
Screen Recordings
Diese Daten können exportiert und in einen Auswertungsbericht überführt werden.
Ein professioneller Bericht enthält typischerweise:
-
Beschreibung des Einsatzgebietes
-
eingesetzte Technik
-
Flugrouten und Zählbereiche
-
kartierte Fundpunkte
-
tabellarische Auswertung der Wildbestände
-
Bild- und Videodokumentation
Eine saubere Dokumentation ist besonders wichtig, da viele Auftraggeber – beispielsweise Forstbetriebe oder Behörden – auf verlässliche Daten angewiesen sind.
Fazit
Die Wildzählung mit der Drohne ist heute eine der effizientesten Methoden zur Bestandsaufnahme von Wildtieren. Moderne Drohnentechnik ermöglicht präzisere Ergebnisse, bessere Dokumentation und eine deutlich flexiblere Durchführung als viele klassische Verfahren.
Entscheidend für den Erfolg sind jedoch eine sorgfältige Vorbereitung, eine strukturierte Durchführung sowie eine professionelle Auswertung der gesammelten Daten.
Wer diese drei Schritte beachtet, kann Drohnen erfolgreich für Wildzählungen einsetzen – egal ob im eigenen Revier, für Forstbetriebe oder als Drohnendienstleister.







