DJI Matrice 5T Klassifizierung: C2 und C6 – was bedeutet das für den Drohnenbetrieb?

Die richtige Klassifizierung einer Drohne ist entscheidend für ihre Einsatzmöglichkeiten und die gesetzlichen Voraussetzungen im professionellen Drohnenbetrieb. Mit der neuen DJI Matrice 5T setzt DJI auch bei der europäischen Drohnenregulierung auf Flexibilität: Das Enterprise-System besitzt sowohl die EU-Drohnenklassen C2 als auch C6.

Damit ist die Matrice 5T für unterschiedliche Betriebsszenarien innerhalb der europäischen Drohnenverordnung ausgelegt. Während die C2-Klassifizierung den Einsatz in der offenen Kategorie ermöglicht, eröffnet die C6-Klassifizierung die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen nach dem europäischen Standardszenario STS-02 zu fliegen.

Doch was bedeuten C2 und C6 genau? Welche Voraussetzungen müssen Piloten erfüllen und welche Vorteile ergeben sich daraus für professionelle Anwender?

Welche Klassifizierung hat die DJI Matrice 5T?

Laut offizieller Herstellerangabe von DJI verfügt die Matrice 5T über die europäischen Zertifizierungen EASA C2 und C6.

DJI Enterprise

Die beiden Klassen unterscheiden sich hinsichtlich der technischen Anforderungen und der möglichen Betriebskategorien.

Klassifizierung Betriebskategorie Möglicher Einsatz
C2 Offene Kategorie A2 Flüge unter bestimmten Voraussetzungen in der Nähe unbeteiligter Personen
C6 Spezielle Kategorie STS-02 BVLOS-Flüge über einem kontrollierten Bodenbereich in dünn besiedeltem Gebiet

Die doppelte Klassifizierung bietet professionellen Anwendern unterschiedliche Möglichkeiten, die Drohne entsprechend ihrem geplanten Einsatz und den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen zu betreiben.

C2-Zertifizierung: Betrieb in der offenen Kategorie A2

Die C2-Klassifizierung ermöglicht den Betrieb der DJI Matrice 5T in der offenen Kategorie A2. Diese Kategorie ist insbesondere für professionelle Anwendungen interessant, bei denen Flüge in der Nähe unbeteiligter Personen erforderlich sind.

Für den Betrieb gelten folgende Voraussetzungen:

  • Fernpilotenzeugnis A2: Der Pilot benötigt das entsprechende Kompetenzzeugnis.

  • Sicherheitsabstand: Grundsätzlich müssen mindestens 30 Meter horizontaler Abstand zu unbeteiligten Personen eingehalten werden.

  • Langsamflugmodus: Unter den vorgeschriebenen Bedingungen kann der Abstand auf 5 Meter reduziert werden.

  • Kein Überflug: Unbeteiligte Personen dürfen nicht überflogen werden.

Die C2-Klassifizierung bietet damit eine geeignete Grundlage für zahlreiche gewerbliche Anwendungen, beispielsweise Inspektionen, Vermessungsarbeiten und verschiedene industrielle Einsatzbereiche.

C6-Zertifizierung: BVLOS-Flüge nach STS-02

Neben der C2-Klassifizierung besitzt die DJI Matrice 5T auch eine C6-Zertifizierung. Diese ist besonders für professionelle Drohneneinsätze interessant, bei denen Flüge außerhalb der direkten Sichtweite des Piloten durchgeführt werden sollen.

Die C6-Klasse ist die technische Voraussetzung für den Betrieb nach dem europäischen Standardszenario STS-02.

STS-02 steht für Standard Scenario 02 und ermöglicht sogenannte BVLOS-Flüge (Beyond Visual Line of Sight). Dabei wird die Drohne außerhalb der direkten Sichtverbindung zum Fernpiloten betrieben.

Für den Betrieb nach STS-02 gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:

  • Kontrollierter Bodenbereich: Der gesamte Einsatzbereich am Boden muss kontrolliert sein.

  • Dünn besiedeltes Gebiet: Das Einsatzgebiet muss die Anforderungen an eine dünn besiedelte Umgebung erfüllen.

  • Maximale Flughöhe: Bis zu 120 Meter über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche.

  • Flugdistanz: Grundsätzlich bis zu 2 Kilometer vom Fernpiloten mit Luftraumbeobachtern.

  • Luftraumbeobachtung: Entsprechend den gesetzlichen Anforderungen müssen Airspace Observers eingesetzt werden.

  • Pilotenausbildung: Eine entsprechende STS-02-Qualifikation ist erforderlich.

  • Betriebserklärung: Vor dem Einsatz muss eine entsprechende Erklärung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde eingereicht werden.

Wichtig: Die C6-Zertifizierung berechtigt nicht automatisch zu beliebigen BVLOS-Flügen. Der Betrieb muss vollständig den Anforderungen des STS-02 entsprechen.

EASA+2

Was bedeutet die doppelte Klassifizierung für professionelle Anwender?

Die Kombination aus C2 und C6 macht die DJI Matrice 5T für unterschiedliche professionelle Einsatzszenarien interessant.

Je nach Einsatzgebiet, Qualifikation des Piloten und den betrieblichen Voraussetzungen können Anwender zwischen unterschiedlichen Betriebsformen wählen.

Besonders relevant ist das für folgende Anwendungsbereiche:

Jagd und Wildtiermanagement

Bei der Wildtierbeobachtung, Wildzählung oder Wildschadensvermessung kann die Wärmebildtechnik der Matrice 5T wertvolle Unterstützung bieten. Je nach Einsatzszenario können auch größere Gebiete systematisch überwacht werden.

Kitzrettung und Landwirtschaft

Bei der Kitzrettung ermöglicht die hochauflösende Wärmebildkamera das Auffinden von Rehkitzen auf landwirtschaftlichen Flächen. Auch bei der Kontrolle und Dokumentation größerer Flächen bietet die Drohne vielseitige Möglichkeiten.

Inspektion und Infrastruktur

Bei der Kontrolle von Stromleitungen, Industrieanlagen, Gebäuden und anderen Infrastrukturen profitieren Anwender von den verschiedenen Kamerasystemen und Sensoren der Matrice 5T.

BOS und Rettungsdienste

Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste können die Matrice 5T beispielsweise zur Lageerkundung, Personensuche und Unterstützung bei komplexen Einsatzlagen einsetzen. Die jeweilige Fluggenehmigung und die rechtlichen Voraussetzungen müssen dabei berücksichtigt werden.

C2 oder C6: Welche Zertifizierung ist die richtige?

Welche Klassifizierung zum Einsatz kommt, hängt vor allem vom geplanten Betrieb ab.

Merkmal C2 C6
Betriebskategorie Offen (A2) Speziell (STS-02)
Flugart VLOS BVLOS
Direkte Sichtverbindung Erforderlich Nicht erforderlich
Einsatzgebiet Je nach A2-Voraussetzungen Kontrollierter Bodenbereich in dünn besiedeltem Gebiet
Pilotenqualifikation A2-Kompetenzzeugnis STS-02-Qualifikation

Die C2-Klassifizierung eignet sich somit für bestimmte Flüge in der offenen Kategorie. Die C6-Klassifizierung ermöglicht unter den entsprechenden Voraussetzungen den Betrieb nach STS-02.

Fazit: DJI Matrice 5T mit C2- und C6-Zertifizierung

Mit der Kombination aus C2- und C6-Klassifizierung bietet die DJI Matrice 5T eine vielseitige Grundlage für professionelle Drohneneinsätze.

Während die C2-Zertifizierung den Betrieb in der offenen Kategorie A2 ermöglicht, eröffnet die C6-Zertifizierung zusätzliche Möglichkeiten für BVLOS-Flüge nach dem europäischen Standardszenario STS-02.

Gerade für Anwender aus den Bereichen Jagd, Landwirtschaft, Vermessung, Inspektion und BOS ist diese Flexibilität interessant.

Die DJI Matrice 5T verbindet damit moderne Wärmebildtechnologie, intelligente Sensorik und professionelle Einsatzmöglichkeiten mit zwei unterschiedlichen europäischen Drohnenklassen.

Nach oben