Viele Drohnen-Einsteiger gehen davon aus, dass kleine Drohnen unter 250 g von den meisten Regeln befreit sind – insbesondere von der Versicherungspflicht. Doch genau hier liegt ein häufiger Irrtum.
In diesem Beitrag klären wir, ob du für Drohnen unter 250 g eine Versicherung brauchst und was gesetzlich wirklich gilt.
Kurz gesagt: Ja, auch Drohnen unter 250 g sind versicherungspflichtig
Die klare Antwort lautet: Ja – auch Drohnen unter 250 g benötigen in Deutschland eine Haftpflichtversicherung.
Der Grund dafür liegt im Luftverkehrsrecht. Laut § 43 Luftverkehrsgesetz besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht für alle Luftfahrzeuge – und dazu zählen auch Drohnen, unabhängig vom Gewicht.
Das bedeutet:
Egal ob 249 g Mini-Drohne oder große Enterprise Drohne– ohne Versicherung darfst du nicht fliegen.
Warum gibt es diese Pflicht überhaupt?
Auch kleine Drohnen können Schäden verursachen:
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Verletzungen von Personen
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Schäden an Autos, Häusern oder Fenstern
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Abstürze durch Wind oder Signalverlust
Besonders wichtig: Es gilt die sogenannte Gefährdungshaftung.
Das heißt: Du haftest auch dann, wenn du keine Schuld hast – z. B. bei technischen Defekten.
Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung schützt dich genau vor diesen finanziellen Risiken.
Häufiger Irrtum: „Unter 250 g brauche ich keine Versicherung“
Dieser Mythos hält sich hartnäckig, weil Drohnen unter 250 g in vielen Bereichen Vorteile haben:
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oft kein Drohnenführerschein nötig
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weniger strenge Flugregeln
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einfacher Einsatz in der offenen Kategorie
Aber:
Diese Erleichterungen gelten nicht für die Versicherungspflicht.
Gibt es Ausnahmen von der Versicherungspflicht?
Ja, aber nur sehr wenige und meist irrelevant in der Praxis:
1. Nutzung ausschließlich in Innenräumen
Wenn du deine Drohne nur drinnen fliegst (z. B. in einer Halle), greift das Luftverkehrsgesetz nicht.
2. Reine Spielzeugdrohnen
Nur Drohnen, die offiziell als Spielzeug nach EU-Norm gelten, können ausgenommen sein.
👉 Das betrifft aber kaum moderne Drohnen mit Kamera (z. B. Mini-Drohnen von DJI).
Sobald du draußen fliegst – selbst im eigenen Garten – brauchst du eine Versicherung.
Reicht die normale Privathaftpflicht?
Das kommt darauf an.
Einige Versicherungen decken Drohnen bereits ab, oft jedoch nur:
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bis zu einem bestimmten Gewicht (z. B. 250 g oder 5 kg)
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nur für private Nutzung
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mit eingeschränktem Leistungsumfang
Deshalb solltest du unbedingt prüfen:
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Sind Drohnen explizit eingeschlossen?
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Ist auch der Luftverkehr abgedeckt?
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Gilt der Schutz für dein konkretes Modell?
Im Zweifel ist eine separate Drohnen-Haftpflichtversicherung die sicherere Lösung.
Was kostet eine Drohnenversicherung?
Die gute Nachricht:
Eine gesetzeskonforme Drohnenversicherung ist meist sehr günstig.
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bereits ab ca. 30–50 € pro Jahr möglich
Damit bist du rechtlich auf der sicheren Seite und schützt dich vor hohen Schadensforderungen.
Fazit: Kein Flug ohne Versicherung – egal wie leicht die Drohne ist
Auch wenn Drohnen unter 250 g viele Vorteile haben, gilt beim Thema Versicherung eine klare Regel:
👉 Sobald du draußen fliegst, brauchst du eine Haftpflichtversicherung.
Das Gewicht spielt dabei keine Rolle. Wer ohne Versicherung fliegt, handelt nicht nur fahrlässig, sondern auch gesetzeswidrig.
Unser Tipp
Wenn du gerade erst mit Drohnen startest, kümmere dich direkt um drei Dinge:
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Versicherung abschließen
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Betreiber registrieren (falls nötig)
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Flugregeln kennen
So vermeidest du rechtliche Probleme und kannst dich voll auf das Fliegen konzentrieren.








