Wer eine Drohne beruflich oder privat nutzen möchte, stößt schnell auf Begriffe wie A1/A3, A2 oder STS. Kein Wunder, dass viele dabei den Überblick verlieren. Doch die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen ist das Thema deutlich einfacher, als viele denken.
In diesem Beitrag erfährst du, welcher Drohnenführerschein für deine Einsätze wirklich notwendig ist und wann du welchen Nachweis benötigst.
A1/A3 – Der wichtigste Drohnenführerschein für die meisten Piloten
Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 ist der Einstieg in den legalen Drohnenbetrieb und für die meisten Drohnenpiloten die erste Wahl.
Mit diesem Führerschein kannst du bereits viele typische Einsätze durchführen, beispielsweise:
- Rehkitzrettung
- Wildtierzählung und Wildmonitoring
- Flüge im eigenen Revier
- Landwirtschaftliche Kontrollen
- Dach- und PV-Inspektionen mit ausreichendem Sicherheitsabstand
- Dokumentations- und Fotoaufnahmen
Auch leistungsstarke Drohnen wie die DJI Matrice 4T oder DJI Matrice 4TD dürfen in vielen Anwendungsfällen bereits mit dem A1/A3-Nachweis geflogen werden. Entscheidend ist dabei immer, dass die Vorgaben der offenen Kategorie eingehalten werden und die erforderlichen Mindestabstände zu unbeteiligten Personen und Wohngebäuden eingehalten werden können.
Sonderregelung bei der Rehkitzrettung
Für die Rehkitzrettung gelten in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen besondere Regelungen. Dadurch können Wärmebilddrohnen auch in Szenarien eingesetzt werden, die speziell auf den Schutz von Wildtieren ausgerichtet sind. Trotzdem müssen selbstverständlich alle geltenden luftrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.
Wann brauchst du den A2-Drohnenführerschein?
Der A2-Drohnenführerschein erweitert deine Einsatzmöglichkeiten deutlich.
Er wird vor allem dann notwendig, wenn du näher an Menschen oder Gebäuden arbeiten musst und die Mindestabstände der offenen Kategorie nicht eingehalten werden können.
Typische Einsatzgebiete sind beispielsweise:
- Vermessungen in Wohngebieten
- Gebäude- und Fassadeninspektionen
- Photovoltaik-Inspektionen in bebauten Gebieten
- Infrastrukturkontrollen
- Einsätze in Städten und Gemeinden
Gerade für gewerbliche Drohnendienstleister gehört der A2 daher häufig zur Grundausstattung.
Wichtig ist jedoch: Auch mit dem A2-Führerschein gelten weiterhin zahlreiche Vorschriften. Flugverbotszonen, geografische Gebiete (UAS-Gebiete) sowie weitere gesetzliche Einschränkungen müssen jederzeit beachtet werden.
Wann benötigst du den STS-Nachweis?
Der STS-Nachweis (Standard Scenarios) kommt dann ins Spiel, wenn deine Einsätze nicht mehr in die offene Kategorie fallen.
Dazu gehören unter anderem:
- BVLOS-Flüge (Flüge außerhalb der direkten Sichtweite)
- Einsätze mit Lastendrohnen
- Agrardrohnen für Pflanzenschutz oder Ausbringungsflüge
- komplexe gewerbliche Spezialanwendungen
- Flüge nach Standard-Szenarien gemäß der Specific Category
Gerade Unternehmen, Behörden oder professionelle Drohnendienstleister benötigen für solche Einsätze häufig zusätzlich eine Betriebsgenehmigung oder müssen nach den europäischen Standard-Szenarien arbeiten.
Der STS eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten, bringt aber auch höhere Anforderungen an Ausbildung, Dokumentation und Betrieb mit sich.
Die Reihenfolge ist wichtig
Viele glauben, sie könnten direkt den A2 oder den STS absolvieren. Das ist jedoch nicht möglich.
Die Reihenfolge lautet:
- A1/A3-Kompetenznachweis
- A2-Fernpilotenzeugnis (optional, je nach Einsatzgebiet)
- STS-Ausbildung (für Einsätze in der Specific Category)
Der A1/A3 bildet also immer die Grundlage für alle weiteren Qualifikationen.
Welcher Drohnenführerschein passt zu deinem Einsatz?
| Einsatz | Benötigter Nachweis |
|---|---|
| Rehkitzrettung | Meist A1/A3 |
| Wildmonitoring | Meist A1/A3 |
| Flüge im Revier | Meist A1/A3 |
| PV-Inspektionen auf freiem Gelände | Oft A1/A3 |
| Vermessung in Wohngebieten | Häufig A2 |
| Gebäude- und Fassadeninspektionen | Häufig A2 |
| Lastendrohnen | STS bzw. Specific Category |
| Agrardrohnen | STS bzw. Specific Category |
| BVLOS-Flüge | STS bzw. Specific Category |
Fazit
Für die meisten Drohnenpiloten reicht der A1/A3-Drohnenführerschein bereits aus, um viele private und gewerbliche Einsätze sicher und rechtskonform durchzuführen.
Wer regelmäßig in bebauten Gebieten arbeitet oder näher an Menschen und Gebäuden fliegen muss, sollte zusätzlich den A2-Drohnenführerschein absolvieren.
Für besonders anspruchsvolle Anwendungen wie BVLOS-Flüge, Lastendrohnen oder Agrardrohnen führt kein Weg am STS-Nachweis und der Specific Category vorbei.
Wer seine Einsätze von Anfang an richtig plant und den passenden Drohnenführerschein wählt, spart Zeit, vermeidet rechtliche Probleme und kann seine Drohne sicher und professionell einsetzen.







