Sind Drohnen unter 250 Gramm versicherungspflichtig?

Kleine Drohnen unter 250 g gelten oft als unkompliziert – viele Hobby-Piloten gehen deshalb davon aus, dass dafür keine Versicherung nötig ist. Tatsächlich sieht die Rechtslage in Deutschland aber anders aus: Auch Mini-Drohnen müssen in den meisten Fällen versichert sein.

Versicherungspflicht gilt unabhängig vom Gewicht

In Deutschland besteht für Drohnen grundsätzlich eine Haftpflichtversicherungspflicht. Das bedeutet:

  • Egal ob 249 g oder 2 kg
  • Egal ob Freizeitflug oder Aufnahmen für Social Media
  • Egal ob günstige Einsteiger-Drohne oder Profi-Modell

Sobald die Drohne im öffentlichen Luftraum betrieben wird, muss eine passende Haftpflichtversicherung vorhanden sein.

Der Hintergrund ist einfach: Selbst kleine Drohnen können Schäden verursachen – etwa durch Abstürze, Kollisionen oder Verletzungen von Personen.

Reicht die private Haftpflichtversicherung?

Manchmal ja – aber nicht automatisch.

Viele moderne Privathaftpflichtversicherungen decken Drohnen inzwischen mit ab. Ältere Tarife schließen Flugmodelle jedoch häufig aus oder erlauben nur bestimmte Gewichte und Nutzungsarten.

Deshalb sollte man unbedingt prüfen:

  • Sind Drohnen ausdrücklich mitversichert?
  • Bis zu welchem Gewicht?
  • Gilt der Schutz auch für Kamera-Drohnen?

Wer unsicher ist, sollte beim Versicherer nachfragen oder sich die Deckung schriftlich bestätigen lassen.

Muss eine Drohne unter 250 g registriert werden?

Das hängt von der Ausstattung ab.

Eine Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ist erforderlich, wenn die Drohne:

  • eine Kamera besitzt oder
  • personenbezogene Daten erfassen kann

Da fast alle modernen Mini-Drohnen eine Kamera haben, benötigen die meisten Nutzer eine sogenannte e-ID.

Diese Registrierungsnummer muss anschließend sichtbar an der Drohne angebracht werden.

Braucht man einen Drohnenführerschein?

Für viele Drohnen unter 250 g ist kein EU-Kompetenznachweis (A1/A3) erforderlich. Das macht diese Gewichtsklasse besonders beliebt.

Trotzdem gelten weiterhin wichtige Regeln:

  • Nicht über Menschenmengen fliegen
  • Datenschutz beachten
  • Flugverbotszonen einhalten
  • Sichtkontakt zur Drohne behalten

Warum die 250-g-Grenze wichtig ist

Die Grenze von 250 g spielt vor allem bei den Betriebsregeln eine Rolle:

Vorteile von Drohnen unter 250 g:

  • Weniger strenge Auflagen
  • Oft kein Drohnenführerschein nötig
  • Flexiblere Nutzung in der offenen Kategorie
  • Ideal für Einsteiger und Reisen

Trotzdem Pflicht:

  • Haftpflichtversicherung
  • Teilweise Registrierung
  • Einhaltung der EU-Drohnenregeln

Fazit

Auch Drohnen unter 250 g sind in Deutschland versicherungspflichtig. Wer ohne Haftpflichtschutz fliegt, riskiert Bußgelder und haftet im Schadensfall persönlich.

Die gute Nachricht: Viele private Haftpflichtversicherungen bieten inzwischen passenden Schutz an. Vor dem ersten Flug lohnt sich jedoch ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen.

Gerade kleine Kamera-Drohnen sind heute leistungsfähig und weit verbreitet – deshalb sollten sich auch Hobby-Piloten mit den gesetzlichen Vorgaben beschäftigen, bevor die Drohne startet.

Nach oben