Kitzrettung 2026: Mit Drohne, KI und Herzblut im Einsatz

Die ersten warmen Maitage bedeuten für viele Landwirte: Die Mähsaison beginnt. Für uns als Kitzretter bedeutet das vor allem eines – frühes Aufstehen, konzentriertes Arbeiten und jede Menge Verantwortung. Denn genau jetzt liegen unzählige Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter versteckt in den hohen Wiesen.

In unserem ersten Kitzrettungseinsatz der Saison 2026 konnten wir erneut zeigen, wie moderne Technik, gute Zusammenarbeit und ehrenamtliches Engagement Leben retten können.


Früher Start in den Tag

Noch vor Sonnenaufgang beginnt der Einsatz. Die Wetterbedingungen werden geprüft, Akkus kontrolliert, Funkgeräte geladen und die Drohne vorbereitet. Dieses Jahr fliegen wir mit der wasserdichten Variante der DJI Matrice 4TD – unterstützt von unseren neuen KI-Modellen zur Tier- und Kitz-Erkennung.

Zusätzlich setzen wir vollständig auf unsere Managementplattform KitzControl, die uns hilft, sämtliche Flächen, Landwirte und Einsätze effizient zu organisieren.

Was macht KitzControl so hilfreich?

Mit der Plattform lassen sich:

  • Einsatzflächen digital verwalten
  • Landwirte direkt einbinden
  • Aufträge und Flugbereiche koordinieren
  • Befliegungsnachweise automatisch erstellen
  • Flächen direkt auf der Fernsteuerung anzeigen

Gerade bei vielen Flächen und mehreren Teams spart das enorm Zeit und verhindert Fehler.


Moderne Technik trifft Praxis

Vor Ort angekommen, werden die ersten Wiesen manuell abgeflogen. Obwohl KI und Wärmebildtechnik unterstützen, bleibt Erfahrung entscheidend. Besonders tragende Ricken oder auffälliges Verhalten der Tiere geben oft Hinweise darauf, wo ein Kitz liegen könnte.

Bereits in den ersten Minuten entdecken wir:

  • ein sehr kleines Kitz direkt in der Wiese
  • eine hochträchtige Ricke
  • später weitere Kitze in angrenzenden Flächen

Die Zusammenarbeit mit den Landwirten funktioniert dabei hervorragend. Sobald ein Kitz gefunden wird, stimmen wir uns direkt ab, damit zunächst andere Bereiche gemäht werden können.

Genau diese Kommunikation ist der Schlüssel zu erfolgreicher Kitzrettung.


Warum Drohnen bei der Kitzrettung so wichtig sind

Rehkitze besitzen in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt. Statt wegzulaufen, drücken sie sich instinktiv ins Gras. Für Mähwerke bedeutet das oft den sicheren Tod.

Mit Wärmebilddrohnen lassen sich die Tiere jedoch zuverlässig finden – besonders in den frühen Morgenstunden.

Unsere Praxistipps für bessere Suchergebnisse

  • Ideale Flughöhe:
    • Matrice-Modelle: 80–120 Meter
    • Mavic 3T: 60–100 Meter
  • Bei wärmeren Temperaturen eher tiefer fliegen
  • Felder immer großzügig drumherum kontrollieren
  • Auch angrenzende Bereiche prüfen
  • Niemals nur auf die Technik verlassen

Gerade die Kombination aus Erfahrung, KI-Unterstützung und sauberer Flugstrategie macht den Unterschied.


Die Bedeutung guter Zusammenarbeit

Was diesen Einsatz besonders angenehm gemacht hat, war die hervorragende Zusammenarbeit mit den Landwirten. Flexible Absprachen, kurze Wege und gegenseitiges Verständnis sorgen dafür, dass Kitzrettung überhaupt möglich wird.

Leider erleben viele Teams auch das Gegenteil:
späte Meldungen, fehlende Kommunikation oder mangelnde Kooperation.

Dabei wird der Großteil der Kitzrettung ehrenamtlich durchgeführt.

Deshalb gilt unser Dank allen Landwirten, die sich aktiv beteiligen und Rücksicht auf das Wild nehmen.


Mehr als nur Rehkitze retten

Kitzrettung bedeutet längst nicht mehr nur das Finden einzelner Tiere. Es geht um aktiven Naturschutz.

Bei nahezu jedem Einsatz werden zusätzlich entdeckt:

  • Junghasen
  • Fasanengelege
  • Bodenbrüter
  • anderes Jungwild

Jeder gerettete Morgen zeigt, wie wichtig diese Arbeit geworden ist.


Eine starke Community wächst weiter

Mit unseren Trainingsvideos, KI-Lösungen und Tools wie KitzControl unterstützen wir mittlerweile tausende Helfer, Vereine und Reviere in ganz Deutschland.

Besonders schön zu sehen:
Immer mehr Teams arbeiten professionell, organisiert und mit modernster Technik.

Die Kitzrettungs-Community wächst – und mit ihr die Chance, jedes Jahr tausende Tiere zu retten.


Fazit: Jeder Einsatz zählt

Auch unser erster Einsatz der Saison 2026 hat wieder gezeigt:

  • Gute Vorbereitung rettet Zeit
  • Zusammenarbeit rettet Tiere
  • Technik rettet Leben

Und trotz früher Uhrzeiten, Regen und langen Tagen bleibt am Ende vor allem eines:
Das gute Gefühl, einem kleinen Lebewesen eine Zukunft ermöglicht zu haben.

Wir wünschen allen Kitzrettern weiterhin eine erfolgreiche und sichere Saison 2026.

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