Wildmonitoring mit Wärmebilddrohnen – so funktioniert moderne Wildsuche aus der Luft!

Die Suche und Zählung von Wild stellt Jäger, Revierinhaber und Forschungseinrichtungen vor große Herausforderungen. Gerade in dichten Dickungen, bei schlechter Sicht oder sensiblen Jagdsituationen wie Drückjagden ist es oft schwierig, einen realistischen Überblick über den Wildbestand zu bekommen. Genau hier setzt das Wildmonitoring mit Wärmebilddrohnen an – eine Technik, die sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt hat.

In diesem Beitrag zeigen wir, wie Wildsuche mit einer Wärmebilddrohne funktioniert, welche Features moderne Drohnen wie die DJI Matrice 4T bieten und warum diese Technik ein echter Gamechanger für waidgerechtes Handeln ist.

Wie funktioniert Wildmonitoring mit einer Wärmebilddrohne?

Beim Wildmonitoring wird eine Drohne mit integrierter Thermalkamera eingesetzt, um Wärmesignaturen von Tieren aus der Luft sichtbar zu machen. Selbst bei dichter Vegetation, Dämmerung oder leichter Sonneneinstrahlung lassen sich Wildtiere zuverlässig erkennen, ohne sie zu beunruhigen.

Die Drohne fliegt dabei in Höhen von etwa 80 bis 120 Metern über dem Revier. Über den Split-Screen-Modus kann der Pilot gleichzeitig zwischen:

  • Wärmebildkamera (IR)
  • Zoomkamera
  • Weitwinkelkamera

wechseln oder diese parallel anzeigen lassen. So lassen sich Wärmepunkte nicht nur erkennen, sondern auch eindeutig identifizieren.

Praxisbeispiel: Bache mit gestreiften Frischlingen erkennen

Ein klassisches und gleichzeitig sensibles Beispiel aus der Praxis:
Während eines Monitorings werden mehrere Wärmepunkte in einer Dickung entdeckt. Beim näheren Heranzoomen zeigt sich, dass es sich um eine führende Bache mit gestreiften Frischlingen handelt – und das zu einer Jahreszeit, in der man damit nicht unbedingt rechnet.

Ohne Drohne wäre diese Information kaum zugänglich gewesen. Mit der Wärmebildtechnik hingegen lassen sich:

  • Anzahl der Tiere
  • Altersklasse (z. B. gestreifte Frischlinge)
  • genaue Position

klar erkennen.

➡️ Konsequenz:
Eine geplante Drückjagd würde in diesem Bereich unterbleiben. Genau das ist gelebte Waidgerechtigkeit: Wissen, was im Revier steht, bevor gehandelt wird.

Zentrale Features moderner Drohnen für das Wildmonitoring

Am Beispiel der DJI Matrice 4T wird deutlich, wie leistungsfähig aktuelle Systeme sind:

Hochauflösende Thermalkamera

  • Klare Wärmesignaturen auch bei 12–13 °C Außentemperatur
  • Gute Erkennung trotz Sonneneinstrahlung
  • Ideal für Wildzählung, Rehkitzrettung und Nachsuche

Leistungsstarke Zoomkamera

  • Identifikation von Wild ohne Störung
  • Erkennen von Details wie Borsten, Körperhaltung oder Begleitwild

GPS-Markierungen & Koordinaten

  • Setzen von GPS-Punkten direkt im Livebild
  • Kennzeichnung sensibler Bereiche (z. B. „Bache mit Frischlingen“)
  • Farbige Markierungen zur Jagdplanung

Laser Range Finder (LRF)

  • Exakte Entfernungs- und Höhenmessung
  • Noch präzisere Einordnung von Wildpositionen

Mehr als Wildzählung: Weitere Einsatzbereiche

Wärmebilddrohnen sind längst nicht nur für die Jagd interessant. Sie kommen u. a. zum Einsatz bei:

  • Rehkitzrettung
  • Nachsuche (auch nach Verkehrsunfällen)
  • Wildschadensvermessung
  • Erntejagden
  • ASP-Monitoring
  • Forstschäden & Borkenkäferbäumen

GPS-Koordinaten können zudem per QR-Code direkt auf das Smartphone übertragen und später weiterverarbeitet werden – ideal für Dokumentation und Reviermanagement.

Waidgerechtigkeit und Drohneneinsatz – kein Widerspruch

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt lautet: „Drohnen bei der Jagd sind nicht waidgerecht.“
Doch das Gegenteil ist der Fall – wenn sie richtig eingesetzt werden.

Drohnen dienen nicht dem Erlegen von Wild, sondern der Information. Sie helfen dabei:

  • Jungwild zu schützen
  • unnötiges Leid zu vermeiden
  • Jagden besser zu planen oder bewusst abzusagen

Als Revierwerkzeug eingesetzt, sind sie ein Gewinn für Tierwohl und nachhaltige Jagdausübung.

Fazit: Die Zukunft des Wildmonitorings liegt in der Luft

Wildmonitoring mit Wärmebilddrohnen ist keine Spielerei, sondern ein hochprofessionelles Werkzeug. Es bietet Transparenz, Sicherheit und eine völlig neue Qualität der Revierübersicht. Forschungseinrichtungen, Dienstleister und immer mehr private Revierinhaber setzen bereits darauf – und der Trend wächst weiter.

Wer weiß, was im Revier steht, trifft bessere Entscheidungen.
Und genau dabei hilft moderne Drohnentechnik.

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