Darf ich meine Drohne in der Nachbarschaft fliegen lassen?

Wer eine Drohne besitzt, möchte natürlich auch in der eigenen Nachbarschaft schöne Luftaufnahmen machen. Doch darf man einfach über Häuser, Gärten und Straßen fliegen? Nicht immer!

In Deutschland gelten für Drohnen klare Regeln. Entscheidend ist unter anderem, wie schwer deine Drohne ist, wo du fliegst und ob sich Personen oder fremde Grundstücke im Flugbereich befinden.

Darf ich über das Grundstück meines Nachbarn fliegen?

Grundsätzlich solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass du mit deiner Drohne über das Grundstück des Nachbarn fliegen darfst.

Besonders wichtig ist der Schutz der Privatsphäre. Wenn du mit der Kamera beispielsweise in einen fremden Garten, auf eine Terrasse oder in Fenster filmst, kann das rechtlich problematisch werden.

Auch wenn ein Überflug nicht automatisch verboten ist, solltest du deshalb immer darauf achten, keine Personen ohne entsprechenden Grund zu filmen und die Privatsphäre deiner Nachbarn zu respektieren.

Was gilt für Straßen und öffentliche Bereiche?

Auch Straßen, Wege und andere öffentliche Bereiche können relevant sein. Hier kommt es unter anderem darauf an, welche Drohne du fliegst und welche Abstände beziehungsweise Betriebsregeln für deinen Flug gelten.

Außerdem solltest du vor jedem Start prüfen, ob sich dein Fluggebiet beispielsweise in einem Gebiet mit Flugbeschränkungen befindet.

Menschenansammlungen sind tabu

Ein besonders wichtiger Punkt: Menschenansammlungen dürfen mit einer Drohne nicht einfach überflogen werden.

Auch bei einzelnen unbeteiligten Personen gelten je nach Drohnenklasse und Betrieb bestimmte Vorgaben. Deshalb solltest du deine Flugroute immer so planen, dass du möglichst wenig mit unbeteiligten Personen in Kontakt kommst.

Was ist mit der DJI Mini?

Viele denken: „Meine Drohne wiegt weniger als 250 Gramm – damit darf ich überall fliegen.“

Das stimmt nicht.

Das geringe Gewicht bringt zwar bestimmte Erleichterungen mit sich, bedeutet aber nicht, dass sämtliche Regeln wegfallen. Auch eine Mini-Drohne mit Kamera unterliegt weiterhin den europäischen Drohnenregeln und Datenschutzvorschriften.

Darf ich meinen Nachbarn filmen?

Hier solltest du besonders vorsichtig sein.

Eine Drohne mit Kamera kann personenbezogene Informationen erfassen. Gezielte Aufnahmen von Nachbarn oder deren privatem Lebensbereich solltest du daher nicht ohne entsprechende Zustimmung anfertigen oder veröffentlichen.

Ein kurzer Landschaftsclip, bei dem zufällig Personen im Hintergrund auftauchen, ist etwas anderes als gezieltes Filmen des Nachbarn im Garten.

Vor dem Start: Diese Punkte solltest du prüfen

Bevor du in deiner Nachbarschaft abhebst, solltest du dir einige Fragen stellen:

  • 🛩️ Welche Drohne fliege ich und wie schwer ist sie?
  • 📍 Wo genau möchte ich fliegen?
  • 🚫 Gibt es dort Flugbeschränkungen?
  • 👥 Befinden sich unbeteiligte Personen in meinem Flugbereich?
  • 🏠 Werden fremde Grundstücke oder private Bereiche aufgenommen?
  • 📸 Muss ich überhaupt filmen oder fotografieren?
  • 📏 Halte ich die für meinen Drohnenbetrieb geltenden Abstände und Höhen ein?

Fazit

Ja, Drohnenflüge in der Nachbarschaft können erlaubt sein – aber nicht einfach überall und ohne Rücksicht auf andere.

Neben den Drohnenregeln spielen insbesondere Fluggebiet, Drohnenklasse, Abstand zu Personen und der Schutz der Privatsphäre eine wichtige Rolle.

Wer unsicher ist, sollte seinen geplanten Flug vorher genau prüfen. Denn: Nur weil eine Drohne technisch abheben kann, bedeutet das noch lange nicht, dass sie an dieser Stelle auch fliegen darf.

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